Röm. kath. Pfarre Wimpassing im Schwarzatale
Pfarrexpositur St. Peter und Paul Dunkelstein-Blindendorf

Die Geschichte der Peterskirche

Die Burg auf dem Petersberg - Archäologische Forschung
Text:
Pfarrer Mag. Martin Leitner (2015) nach: Dr. Karin Kühtreiber, Die Archäologischen Untersuchungen auf dem Petersberg 1992-1995

Über ein Jahrzehnt, von 1992 an, fanden archäologische Grabungen und Untersuchungen auf dem Petersberg statt. Geführt wurden diese vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.Prof. Dr. Falko Daim und der örtlichen Grabungsleitung durch Dr. Karin Kühtreiber.

Diese Grabungen wurden durch das beispielhafte finanzielle und personelle Engagement seitens der Gemeinde Ternitz und des Grundeigentümers, Dipl. Hans Graf Hoyos, ermöglicht und sind für die Wissenschaft von großer Bedeutung. Für Ternitz bedeuten die Grabungen am Petersberg grundlegend neue Erkenntnisse in der historischen heimatkundlichen Forschung. Durch die Untersuchungen war es möglich, viele Mutmaßungen um die Geschichte dieses Platzes zu korrigieren. Es konnte viel Unbekanntes, wie etwa die bereits sehr frühe Siedlungstätigkeit in der Jungsteinzeit nachgewiesen werden.

Bis zu den Grabungen Johann Bernaths 1965 war die Burg Dunkelstein weitestgehend nur aus der Sage um das versunkene Schloß am Petersberg bekannt. Da Bernath Laie und kein ausgebildeter Archäologe oder Historiker war, wurde seine Entdeckung jedoch nicht ernst genommen.

Es mußten noch fast 30 Jahre vergehen, bis der Verwalter der Hoyos'schen Forstverwaltung, Johann Past, im Frühjahr 1992 bei Gartenarbeiten auf die Überreste der Burg stieß.

Im Sommer desselben Jahres konnte durch finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde und durch bereitwillige Genehmigung des Grundeigentümers ein erster Einblick in die Geschichte des Petersberges gewonnen werden. Da sich bald herausstellte, dass sich an dieser Stelle tatsächlich eine mittelalterliche Burg befindet, und die zu Tage gebrachten Funde von unerwarteter wissenschaftlicher Bedeutung waren, erklärte sich die Gemeinde Ternitz bereit, dem Wunsch der Archäologen zu entsprechen und möglichst den gesamten Grundriß der Burg ergraben zu lassen.

Ab 1992 wurde daher mit einem 6-8 köpfigen Team von Studenten zwischen 8 und 9 Wochen gegraben.

Schriftliche Quellen
(Nach W. Haider-Berky, die Burg und das Ministerialengeschlecht von Dunkelstein, Unsere Heimat 2/1991)

Vor 1146 wird erstmals mit Henricus de Domechinstein ein Dunkelsteiner Ministeriale in einer Garstener Traditionsnotiz erwähnt. Waren die Dunkelsteiner zunächst Ministeriale der Dedelfreien Feistritzer, so gelangen sie bald in die Gefolgschaft des steirischen Markgrafen Otakar III. Heinrich von Dunkelstein war unter anderem in der Gegend um Wiener Neustadt begütert (Weikersdorf, Saubersdorf) und nahm am zweiten Kreuzzug (1146-1149) teil, von dem er nicht mehr zurück gekommen zu sein scheint. In der Folge tauchen die Dunkelsteiner vorwiegend als Zeugen in Schenkungsurkunden der steirischen Otakare auf, ab 1200 in babenbergischen Urkunden. Neben ihren Besitzungen im südlichen Wiener Becken, treten sie auch in der Oststeiermark auf und scheinen dort maßgebliche Bedeutung bei der hochmittelalterlichen Binnenkolonisation gehabt zu haben. 1222 kommt zum letzten Mal ein Albero de Dunehensteine in einer Urkunde Leopolds VI. als Zeuge vor, so daß ihr Aussterben noch vor der Mitte des 13. Jh. wahrscheinlich ist.

Etwa 100 Jahre später erscheint 1321 ein Piterolf von Tunchelstein in den schriftlichen Quellen. Die ab diesem Zeitpunkt immer wieder auftauchenden "Dunkelsteiner" lassen sich allerdings mit den oben genannten, älteren Dunkelsteinern in keinen verwandtschaftlichen Zusammenhang bringen. Zwischen 1369 und 1407 werden Michel der Bischof von Dunkelstein, Peter Tunkelstainer und Andre von Tunkelstain erwähnt, die als kleine ritterliche Leute oder Edelknechte angesehen werden. Spätestens 1430 lässt sich erkennen, dass die Puchheimer in den Besitz von Dunkelstein kamen, da zu diesem Zeitpunkt Albero von Buchheim das Dorf Dunkelstein seinem Vetter Wilhelm verkauft. 1401 wird im Lehrbuch Kaiser Friedrichs III. von einem "gesloß Tunkhelstain das abbrochen ist" berichtet. Zuletzt ist 1551 von einem "hoff zu Tunckhlstain" die Rede, womit die schriftlichen Nachrichten verstummen. Wo sich dieses Schloss befand, lässt sich aus den Quellen nicht ersehen, jedoch sprechen die archäologischen Erkenntnisse mit einiger Gewissheit für den Petersberg als Standort. Wann die Familie Hoyos Dunkelstein erwarb, ist nicht bekannt, ihren Hauptsitz errichteten sie jedoch in Stixenstein: Dunkelstein und das bereits im 15. Jh. unter den Puchheimern geschaffene Landgericht, wurden in die Herrschaft Stixenstein eingebunden.